Terrasse, Balkon und Vorplatz: Worauf es beim Hochdruck ankommt
Grünbelag, Moos und Fugenschmutz verschwinden schnell – und kommen ebenso schnell zurück, wenn beim Reinigen zu viel Druck im Spiel war.
Im Frühling sieht man es an fast jedem Haus: Der Vorplatz ist grünstichig, die Fugen dunkel, der Balkon voller Staub aus dem Winter. Ein Hochdruckreiniger schafft das in einer Stunde – und genau da fangen die Probleme an. Denn der Druck, der den Schmutz löst, löst auch den Belag.
Warum Grünbelag überhaupt kommt
Algen und Moose brauchen drei Dinge: Feuchtigkeit, wenig Sonne und eine raue Oberfläche, auf der sie halten. Nordseiten, Flächen unter Bäumen und alles, was nach einem Regen lange nass bleibt, sind darum zuerst dran. Wer nur reinigt, ohne an diesen drei Punkten etwas zu ändern, hat das Ergebnis eine Saison lang.
Der häufigste Fehler: zu viel Druck
Ein Hochdruckreiniger mit Punktstrahl frisst sich in wenigen Sekunden durch Betonstein. Was danach passiert, sieht man erst Monate später:
- Die Fugen sind leer. Der Strahl spült den Fugensand heraus. Ohne Fugenfüllung verschieben sich Verbundsteine, Wasser steht in den Fugen, und im Winter hebt der Frost den Belag an.
- Die Oberfläche ist aufgeraut. Beton- und Waschbetonplatten verlieren ihre geschlossene Deckschicht. Die raue Fläche nimmt Schmutz schneller auf – die Terrasse wird also schneller wieder grün als vorher.
- Weicher Naturstein leidet dauerhaft. Sandstein, Muschelkalk und viele Keramikbeläge mit strukturierter Oberfläche vertragen keinen Punktstrahl.
- Holzterrassen fasern auf. Danach splittert das Holz und nimmt Wasser auf.
Wie es richtig geht
- Flachstrahldüse statt Punktstrahl. Der breite Fächer verteilt die Energie; der Punktstrahl bündelt sie auf wenige Quadratmillimeter.
- Abstand halten und gleichmässig führen. Etwa 20 bis 30 cm, in überlappenden Bahnen, ohne an einer Stelle zu verweilen. Streifen entstehen dort, wo man stehen bleibt.
- In eine Richtung arbeiten. Bei Verbundsteinen quer zur Fuge, damit der Sand nicht entlang der Fuge weggespült wird.
- Holz mit wenig Druck und längs der Faser. Oder ganz ohne Hochdruck, mit Bürste und Schmierseife.
- Fugen danach neu einsanden. Der wichtigste Schritt, den fast alle weglassen. Trockener Quarzsand, eingekehrt, angefeuchtet, nach ein paar Tagen nachkehren.
Was mit dem Schmutzwasser passiert, ist nicht egal
Auf befestigten Flächen läuft das Wasser meist in einen Strassen- oder Hofablauf – und der führt vielerorts ohne Reinigung direkt in ein Gewässer. Das Gewässerschutzgesetz verbietet es, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen. Reinigungsmittelhaltiges Wasser von der Terrassenreinigung gehört damit nicht in den Ablauf. Verboten ist seit 2001 ausserdem der Einsatz von Unkrautvertilgern auf Wegen, Plätzen und Terrassen – unabhängig vom Belag.
Praktisch heisst das: Auf Flächen, die in einen Ablauf entwässern, arbeiten wir mit heissem Wasser und mechanisch statt mit Chemie. Wo ein Mittel nötig ist, fangen wir das Wasser auf. Für Sie ist das vor allem ein Grund, bei einer Offerte nachzufragen, wie die Firma das löst.
Womit wir arbeiten
Für grössere Flächen setzen wir einen Flächenreiniger ein: eine Haube mit zwei rotierenden Flachstrahldüsen, die auf der Fläche aufliegt. Sie arbeitet mit konstantem Abstand, hinterlässt keine Streifen und spritzt den Schmutz nicht über die halbe Fassade. Für Fugen, Randsteine und Treppen kommt der Handstrahl dazu, für Holz und weichen Stein die Bürste.
Danach sanden wir die Fugen neu ein, wenn es nötig ist.
Muss man Betonstein versiegeln?
Nein – und draussen ist eine Versiegelung meist der falsche Weg. Sie legt einen Film auf den Stein: die Fläche wird rutschiger, jeder Rest Schmutz ist mit eingeschlossen, und an den belasteten Stellen blättert der Film nach einigen Jahren ab. Dann muss er ganz herunter, bevor neu beschichtet werden kann.
Sinnvoller ist eine Imprägnierung. Sie zieht in den Stein ein, statt ihn zu überziehen, lässt die Rutschfestigkeit unverändert und macht die nächste Reinigung leichter. Nötig ist auch sie nicht: sie verzögert den nächsten Grünbelag, verhindert ihn aber nicht. Ob sich das für Ihre Fläche lohnt, sagen wir Ihnen bei der Besichtigung.
Wann der richtige Zeitpunkt ist
Frühling, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, und ein paar trockene Tage danach – dann hält der neue Fugensand. Ein zweiter Durchgang im Spätherbst, nach dem Laubfall, verlängert das Ergebnis deutlich.
Was es kostet
Aussenreinigungen laufen bei uns unter «andere Reinigungsdienste»: pauschal oder im Stundenansatz ab ca. CHF 54.–, je nach Fläche, Belag und Zustand. Den Pauschalpreis nennen wir nach einer kurzen Besichtigung – bei Aussenflächen lohnt sich die besonders, weil Belag und Verschmutzungsgrad den Aufwand stärker bestimmen als die Quadratmeterzahl.
Die ganze Bandbreite finden Sie unter andere Reinigungsdienste.